Die Aufzucht verwaister Schwanenküken-Handaufzucht

Schwanenküken brauchen wie alle Babys viel Wärme, Geborgenheit, Körperkontakt und Zuwendung. Eine Rotlicht- oder Wärmelampe ist für die Handaufzucht zu empfehlen. Es ist wichtig für genug Abstand zwischen Küken und Lampe zu sorgen, um Verbrennungen zu vermeiden.


Die ersten 3 bis 4 Tage nach dem Schlupf, leben Schwanenküken von der Dotterphase. Sie sind im Ei über die Nabelschnur mit dem Eidotter verbunden. Nach 4 Tagen sollten die Küken Nahrung zu sich nehmen. Die Nahrung wird in Schälchen mit Wasser oder als angerührter Brei angeboten.

Schwanenküken im Schlupf
Schwanenküken im Schlupf

Gerne essen Schwanenküken Teichlinsen, ganz klein geschnittenes weiches Gras und
Löwenzahn. Dosenmais mit etwas Wasser und mit dem Stabmixer zu Brei verarbeitet, wird besonders gerne angenommen. Kükenaufzuchtfutter ist im Tierhandel zu beziehen.


Für das Nahrungsangebot verwendet man kleine Schälchen , oder setzt die Küken in eine mit wenig Wasser gefüllte Unterlage ( z.B. großer Blumentelleruntersetzer oder eine kleine Wanne).


Sehr wichtig ist, dass die Küken im Wasser stehen können. Da in der Anfangszeit bei
Schwanenküken die ohne Eltern aufwachsen, noch keine ausreichende Fettung des
Daunenkleid vorhanden ist.

Handaufzucht von Schwanenküken.
Handaufzucht von Schwanenküken.

Die Bürzeldrüse produziert erst später das gelblich-ölige Sekret, dass zur Fettung des Daunen oder Gefieder nötig ist. Ohne ausreichende Fettung werden die Küken im Wasser nass, können sich erkälten oder ertrinken.


Die Bürzeldrüse befindet sich auf der Oberseite der Schwanzwurzel - dem Bürzel. Die
Schwäne nehmen mit dem Schnabel das ölige Sekret von der Bürzeldrüse, und verteilen es im gesamten Gefieder. Es wirkt wasserabweisend, schützt vor Kälte, Hitze und vor Austrocknung. Zusätzlich enthält das Sekret auch bakterizide Bestandteile. Das regelmäßige Einfetten ist ein wesentlicher Bestandteil der Gefiederhygiene die das Gefieder geschmeidig hält.


Wächst ein Schwanenküken bei seinen Eltern auf, so bekommt es über den Kontakt
mit dem Gefieder der Mutter, die nötige Fettung. In der Handaufzucht ist das nicht
möglich.

Aus diesem Grund ist der Wasserspiegel für Küken immer so zu halten, dass die Küken stehen und nach eigenem Empfinden das Wasser jederzeit verlassen können.
Anschliessend sollten sie zum Putzen des Daunenkleides, in die Wärme kommen.


Körperkontakt ist sehr wichtig für Schwanenküken, am besten zieht man sie mit anderen Küken zusammen auf.


Besonders bei der Einzelaufzucht sollte auf genügend Körperkontakt geachtet werden. Das soziale Verhalten sowie das Gefühl für sich selbst, kann das Schwanenküken am besten über einen normalen Körperkontakt entwickeln.

Schwanenziehmutter Carmen, bringt eine Handaufzucht zum Kükenpflegeteich.
Schwanenziehmutter Carmen, bringt eine Handaufzucht zum Kükenpflegeteich.

Der tägliche Aufenthalt im Wasser ist für die Küken unbedingt erforderlich. So entwickelt die Bürzeldrüse schnell die nötige Fettabsonderung, die für den Schwan lebensnotwendig ist.


Von uns werden die Küken oder Jungschwäne erst ab einer bestimmten Größe ganz auf dem Pflegeteich gelassen. Sind die Küken noch zu klein, brauchen sie Schutz vor
Raubvögeln oder sonstigen Gefahren.


Erstaunlich ist, das der Schwan als Handaufzucht nicht lernen muss, wie er nach
natürlicher Nahrung suchen sollte. Instinktiv steckt er sofort das Köpfchen ins Wasser um nach Futter zu gründeln. Auch das Fliegen lernt eine Handaufzucht alleine durch
ausprobieren der vorhandenen Flügel.


Ein wohlig flauschiges Nest zum schlafen, gibt den Küken Geborgenheit und ist für das Wohlbefinden sehr wichtig.
Die Schwanenküken brauchen unbedingt die Wärme und Geborgenheit, die sie bei ihrer Mutter unter den warmen Flügelschwingen bekommen.

Von verschiedenen Gelegen, eine Handaufzucht Schwanenküken, im weichen Nest.
Von verschiedenen Gelegen, eine Handaufzucht Schwanenküken, im weichen Nest.

Ist das Schwanenküken großgezogen, steht die Auswilderung bevor. Der Jungschwan
darf erst ausgewildert werden, wenn er flugfähig ist. Das bedeutet, dass die Flugfedern mindestens bis zum Anfang der Schwanzwurzel reichen müssen, wie das bei Altschwänen der Fall ist. Bei normaler Entwicklung ist das ab Mitte Oktober der Fall.


Es ist aber in jedem Fall besser nicht vor dem Winter auszuwildern, da die Schwäne
oft keine Nahrung finden, und verhungern.
Außerdem wird der Schwan in vielen Bundesländern von Jägern gejagt, die umstrittene Wasservogeljagd für den Höckerschwan, findet ab November bis 20. Februar in jedem Jahr statt.


Am besten wildert man den Jungschwan in einer größeren Schwanengruppe aus, die
auch gefüttert wird. Dort wird der Jungschwan alles lernen was für sein Leben als m Schwan wichtig ist.

Ausgewilderte flugfähige Handaufzucht.
Ausgewilderte flugfähige Handaufzucht.


Schwanenschutz Komitee e.V.
www.schwanenschutz-komitee.de






···Unser LOGO···
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Schwanenküken mit Angelschnur verschnürt.
Schwanenküken mit Angelschnur verschnürt.
Schwäne in Natur und Mythos
"Boten des Lichts"
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Angeschossener Schwanenvater
Angeschossener Schwanenvater
Haubentaucher
Haubentaucher mit Angelschnüren um Schnabel und Körper, gewickelt.
Schwan mit 5 cm langen Angelhaken im Hals u. unterem Teil des Schnabels
Schwan mit 5 cm langen Angelhaken im Hals u. unterem Teil des Schnabels
Tafelente
Für diese Tafelente kam jede Hilfe zu spät, verschnürt mit Angelschnüren, ist sie ertrunken.

Radiointerview mit Carmen Weitzel.